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26 April 2017 0 kommentare Presse

IMMER AUF DER SUCHE NACH NEUEN IDEEN

Ein Zitat von Gret Palucca empfängt den Besucher auf der Homepage von Sabine Marquardt: „Es gibt eine innere Notwendigkeit zu tanzen, woher sie kommt wissen wir nicht. Ist sie vorhanden, so bleibt uns nichts anderes übrig, als dem Zwang zu folgen.“

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„Gret Palucca war eine tolle Lehrerin, streng, aber zugleich verständnisvoll und warmherzig. Bei ihr hab ich nicht nur tanzen gelernt, sondern auch viel fürs Leben mitgenommen.“ Besonders ein Satz der bekannten Ausdruckstänzerin ist ihr hierbei in Erinnerung geblieben: „Glaubt an euch, verbiegt euch nicht, bleibt euch treu!“

Sabine Marquardt sagt von sich selbst, dass sie eine eher vorsichtige Person ist. So war ihr Lebensweg dann auch relativ eben. Während eines Engagements als frisch gebackene Bühnentänzerin am Volkstheater Rostock lernte sie 1985 ihren zukünftigen Mann kennen, einen Sportler, der ihr nach Leipzig folgte, wo sie noch mal Choreografe studierte. Es folgten Heirat, zwei Söhne und eine Stelle als Tanzlehrerin im Öffentlichen Dienst am Konservatorium in Rostock – Sabine Marquardt schien angekommen.

Doch dann wurde sie krank und die Ärzte rieten ihr dringend, etwas zu ver- ändern und vor allem ihrer Kreativität mehr Raum zu geben. „Ich hatte unzählige Ideen, aber vieles davon war in meiner Arbeit nicht umsetzbar. Ich war nun mal an einer Musikschule, nicht an einer Tanzschule.“ Und so hat sie lange überlegt und mit sich gehadert. Schließlich aber hat sie es gewagt und ist gesprungen. Sie kündigte ihren sicheren Job im Staatsdienst und gründete im Februar 2008 die Ballettschule Marquardt in der Kröpeliner Straße in Rostock. Dabei immer auch die Worte ihrer einstigen Lehrerin im Ohr:

„SCHÖPFT AUS DEM, WAS IHR MITBRINGT UND DAS GEBT WEITER!“

Genau das tut Sabine Marquardt nun und zwar nach ihrem ganz eigenen Konzept, mit sich selbst als der einzig Unterrichten den an ihrer Schule. „Ich möchte die Schü ler von klein auf begleiten. Deshalb biete ich an meiner Schule keine Kurse an, son- - - dern Unterricht.“ Ihre Schüler durchlaufen alle Stationen einer Tanzausbildung und lernen neben klassischem Balletttanz auch Show- und Steptanz sowie Tanzfolklore. Das Highlight der Ausbildung ist eine Disziplin, auf die Sabine Marquardt ganz besonders stolz ist: historischer Tanz. „Das ist einmalig in ganz Mecklenburg-Vorpommern und ich freue mich, dass es bei meinen Schülern so gut ankommt!“

Sie selbst hatte diese Art von Tänzen in den achtziger Jahren durch den DDR-Choreographen Manfred Schnelle kennengelernt und als sie ihr vor zwei Jahren wieder in den Sinn kamen, wusste sie, das ist es! „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Ideen und wenn mich ein Gedanke begeistert und be?ügelt, stecke ich schon mitten drin in der Vorbereitung.“ So war es auch hier: Sie suchte alte Niederschriften von höfschen Tänzen heraus, erarbeitete sich die Schritte und Figuren und studierte diese mit ihren Schützlingen ein. Mittlerweile beherrschen die Eleven nicht nur Gavotte, Allemande und Branle Renaissance Menuett, sondern sie können damit auch ein Programm von einer Stunde Länge auf die Beine stellen. „Wir hoffen, damit in Schlössern und Gutshäusern neue Auftrittsmöglichkeiten zu fnden. Denn mit den Gagen fnanzieren wir die Kostü- me, die alle nach Original-Vorlagen angefertigt sind.“

Mit Kostümen ganz anderer Art hatte Sabine Marquardt es bei einem Auftritt in der TV-Show „Willkommen bei Carmen Nebel“ zu tun. Hier begeisterten ihre Schüler nämlich als putzige Eisbären das Publikum. Und auch bei den immer ausverkauften Tanz-Matinéen im Rostocker Volkstheater sind die Kleider der Ballerinas nicht nur klassisch-weiß mit Spitze und Tüll, sondern gern auch mal bunt und schrill. „Ballett bedeutet für mich neben Disziplin und Zuverlässigkeit auch Leidenschaft, Kreativität, Freude und Zusammengehörigkeit – Werte, die ich meinen Schülern mit auf den Weg des Lebens geben möchte.“ So verwundert es nicht, dass Sabine Marquardt für viele ihrer Schüler eine Art Zweit-Mama ist. Die Kinder kommen über viele Jahre zu ihr zum Training und zwar nicht nur Mädchen, auch Jungs! „Mit den Jungs zu arbeiten ist anders. Sie haben ganz andere Temperamente, sind wilder und kraftvoller. Aber ich liebe Herausforderungen!“ Eine der größten ihres Lebens war zweifellos der Schritt in die Selbständigkeit. Umso glücklicher und dankbarer ist sie über den Erfolg ihrer Ballettschule. „Wenn ich gewusst hätte, dass alles so gut läuft und wie glücklich mich diese Arbeit macht, dann hätte ich diesen Schritt schon viel früher gewagt.“  

Artikel ist veröffentlicht in: marie Journal No1 | Saison 2017